Flugzeuggestützte Charakterisierung wolkenrelevanter Aerosolquellen über der Antarktis und ihren Randgebieten
Antragsteller:innen
Dr. Silvia Henning
Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (TROPOS)
Permoserstraße 15
04318 Leipzig
Dr. Zsofia Juranyi
Alfred-Wegener-Institut (AWI)
Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
Sektion Physik der Atmosphäre
Am Handelshafen 12
27570 Bremerhaven
Projektbeschreibung
Wolkenrelevante Partikel wie Wolkenkondensationskeime (CCN) und Eiskeime (INP) spielen eine entscheidende Rolle für die Eigenschaften antarktischer Wolken und damit für das Klima. Dennoch gehören ihre Quellen, ihre Variabilität und ihre Effizienz unter den unberührten atmosphärischen Bedingungen des Kontinents nach wie vor zu den am wenigsten verstandenen Aspekten des Erdsystems. Das Projekt ACCRASA - Airborne Characterization of Cloud-Relevant Aerosol Sources over Antarctica and its Margins - zielt darauf ab, das Verständnis der physikalischen und chemischen Eigenschaften von Aerosolpartikeln über und in der Umgebung der Antarktis zu verbessern. Untersucht werden Konzentration, vertikale Verteilung und Quellen antarktischer Aerosole im Allgemeinen und wolkenrelevanter Partikel im Besonderen. Kenntnisse dieser Parameter - insbesondere in wolkenrelevanten Höhen - sind entscheidend für eine verbesserte Darstellung von Aerosol-Wolken-Klima-Rückkopplungen in Atmosphärenmodellen, sind aber derzeit noch unzureichend. ACCRASA baut auf der komplementären Expertise von TROPOS und AWI in luft- und bodengestützten Aerosolbeobachtungen auf. Das Projekt nutzt Messungen der SANAT-Flugkampagne (Spatial Distribution of Antarctic Aerosol and Trace Gases), die im Januar/Februar 2026 mit dem AWI-Forschungsflugzeug Polar 6 durchgeführt wird, in Kombination mit kontinuierlichen Langzeitdatensätzen der Neumayer-Station III Air Chemistry Observatory. Diese Datensätze - einschließlich Aerosolgrößenverteilungen, Konzentrationen von Aerosol- und CCN-Partikeln sowie INP-Proben - liefern ein umfassendes, höhenaufgelöstes Bild des Aerosolsystems während des antarktischen Sommers, einschließlich der Wolkenschichten. Auf Grundlage dieser kombinierten Datensätze werden wir Partikelneubildungsereignisse charakterisieren und ihren Beitrag zum CCN-Budget von der bodennahen Schicht bis in die freie Troposphäre bewerten. Wir vergleichen bodennahe CCN-Populationen an der Neumayer-Station III mit solchen in der freien Troposphäre hinsichtlich Konzentration und Hygroskopizität, quantifizieren INP-Konzentrationen in verschiedenen Höhen und identifizieren Quellregionen durch die Verknüpfung von In-situ-Messungen mit Rückwärtstrajektorienanalysen. Das Projekt liefert Parameterisierungen für Klimamodelle, welche eine verbesserte Einschätzung der Senisitivität des antarktischen Klimas gegenüber Aerosol-Wolken-Klima-Rückkopplungen ermöglichen.
DFG-Verfahren Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Förderung seit 2026
